Geschäftsbericht 2020
Finanzbericht

Finanzkommentar

Covid-19 hinterlässt tiefe Spuren im Ergebnis 2020

Jahresergebnis

in TCHF

-22 100

Erträge netto

in TCHF

907 513

Personalaufwand

in TCHF

570 561

Sachaufwand inkl. Abschreibungen

in TCHF

151 938

Im Geschäftsjahr 2020 erzielt das Kantonsspital St.Gallen bei einem Umsatz von CHF 908 Mio. einen Verlust von CHF 22,1 Mio. Die EBITDA-Marge liegt mit 2.8% wesentlich unter dem Zielwert von 10%.

Nach einem optimalen Start in das Jahr 2020 hat sich die Situation seit Mitte März durch die Pandemie für das Kantonsspital St.Gallen verändert.

In der ersten Welle der Pandemie, in welcher der Bundesrat den Gesundheitseinrichtungen die Durchführung nicht dringend angezeigter medizinischer Untersuchungen, Behandlungen und Therapien untersagt hat, wurden am Kantonsspital St.Gallen deutlich weniger Covid-19-Patientinnen und -Patienten behandelt als in der zweiten Welle ab Herbst 2020. Die Einnahmeverluste durch die Bekanntgabe der ausserordentlichen Lage und der damit verbundenen Massnahmen vom 17. März bis 26. April 2020 durch den Bundesrat betragen rund CHF 27 Mio., in der intensiven zweiten Welle bis Ende 2020 rund CHF 8 Mio.

Die effektiven Ertragsausfälle der ersten und der ab Herbst laufenden zweiten Welle belaufen sich auf rund CHF 46 Mio. Im Dezember 2020 hat die vorberatende Kommission des Kantonsrates coronabedingte Zahlungen in der Höhe von CHF 21,5 Mio. zugunsten des Kantonsspital St.Gallen einstimmig unterstützt. Wären die Covid-19-bedingten Ertragsausfälle durch den Kanton St.Gallen vollumfänglich entschädigt worden, hätte das Kantonsspital St.Gallen bei stabilen Betriebskosten ein ausgeglichenes Jahresergebnis erzielt.

Die Covid-19-Pandemie hatte keinen Einfluss auf die Bau-/Investitionstätigkeit am Kantonsspital St.Gallen. Die Bauinvestitionen nach Kantonsratsbeschluss gemäss Botschaft entwickeln sich wie geplant. Die Submissionen der zu vergebenden Arbeiten sind mit 70% so weit fortgeschritten, dass derzeit keine monetären Risikopositionen mehr vorhanden sind.

Der vom Bundesrat angeordnete Lockdown vom 17. März 2020 bis zum 26. Apri 2020 führte zu einem Rückgang der stationär behandelten Patientinnen und Patienten von bis zu 40% pro Kalenderwoche. In dieser ersten Phase behandelte das Kantonsspital St.Gallen rund 60 Covid-19-Patientinnen und Patienten pro Kalenderwoche. Während der bei Publikation des Geschäftsberichts noch laufenden zweiten Welle werden bis zu 180 Covid-Patientinnen und Patienten pro Kalenderwoche behandelt, gleichzeitig kann die stationäre Auslastung auf Vorjahresniveau gehalten werden.

Die stationären Austritte sinken pandemiebedingt von 36'746 im Jahr 2019 auf 34'465 im Geschäftsjahr 2020. Während des Lockdowns im Frühling 2020 durften ausschliesslich dringend notwendige stationäre Eingriffe und Behandlungen durchgeführt werden. In den Sommermonaten konnten die stationären Austritte auf tieferem Niveau stabilisiert werden. Durch die zweite Pandemiewelle hat das Kantonsspital St.Gallen wiederum primär einfachere elektive stationäre Fälle verloren.

Nachdem in der ersten Welle die ambulante Auslastung durch die angeordneten Massnahmen des Bundes eingebrochen ist, zeigte sich während der Sommermonate eine Erholung auf das Niveau des Vorjahres. Seit Juni 2020 verläuft die ambulante Leistungserstellung, unter der Einhaltung der Hygiene- und Verhaltensregeln des Bundesamtes für Gesundheit, stabil, jedoch unter Vorjahr.

Das Kantonsspital St.Gallen beschäftigte im Jahr 2020 im Durchschnitt 6'060 Mitarbeitende. Davon befinden sich 760 Mitarbeitende in Ausbildung. Für das Personal war das Jahr 2020 eine spezielle Herausforderung mit neuen Anforderungen. Die Covid-19-Pandemie hat dazu geführt, dass der ordentliche Spitalbetrieb nur mit grossem Zusatzaufwand sichergestellt werden konnte.

Die patientenabhängigen Sachkosten und Abschreibungen entwickelten sich entlang der Leistungserstellung.

Mittelfristiger finanzieller Ausblick

Die Ergebnisse des Kantonsspitals St.Gallen werden mit Inbetriebnahme des Neubaus belastet. Bei gleichbleibender Unternehmungsstruktur führen die zusätzlichen Amortisationen der Neubauten zu substanziellen Verlusten. Ohne strategisch-strukturelle Massnahmen verfügt das Kantonsspital St.Gallen mittelfristig nicht mehr über die notwendige Liquidität und das vom Eigentümer geforderte Mindesteigenkapital. Im Zusammenhang mit dem Coronavirus können dem Kantonsspital St.Gallen zusätzliche nicht budgetierte Aufwendungen bei gleichzeitig sinkenden Erträgen aufgrund von verschobenen operativen Eingriffen entstehen. Dies mit entsprechend negativer Auswirkung auf die Liquidität und die Ertragslage.

Nach intensiven politischen und betrieblichen Vorarbeiten unterstützt der Kantonsrat des Kantons St.Gallen die Strukturbereinigung der St.Galler Spitalstandorte. Das Kantonsspital St.Gallen kann damit die Umsetzungsplanung der Transformationen der Standorte Rorschach und Flawil konkretisieren. Entscheidend dabei ist, dass die medizinische Bereitstellung der Kapazitäten am Standort St.Gallen sichergestellt werden kann. Die wesentlichen Massnahmen sind einerseits die Umsetzung der Ambulantisierung in der Medizin und andererseits die Reduktion der Aufenthaltsdauer durch eine Vielzahl von organisatorischen Massnahmen. Parallel dazu entwickelt sich der Spitalneubau am Standort St.Gallen planmässig mit der Inbetriebnahme des «Neubau 07A» im Jahr 2023. Auch mit diesen strukturellen, organisatorischen und personellen Herausforderungen wird das Kantonsspital St.Gallen seine überregionale medizinische Versorgung und damit die Kapazitätsauslastung gemäss der Strategie sicherstellen. Neben diesen wegweisenden Spital-Strukturanpassungen ist die Situation rund um Covid-19 weiterhin herausfordernd.

Bilanz Qualitäts­management/
Kodier­revision
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